Winterhausen – Steinbrecherweg

Neben den Maintalhängen mit Obst- und Weinbau fand man auf den Höhen bei Winterhausen zahlreiche Steinbrüche, in welchen traditionell der fränkische Muschelkalk abgebaut wird. Die Wanderung führte durch Magerrasengebiete, offengelassene Steinbrüche und schöne Wälder. Dabei bot sich auch immer wieder ein schöner Ausblick auf das Maintal.

Winterhausen ist noch immer steinreich. Erst um 1850 begann man in Winterhausen mit der Steinhauerindustrie.

Vor dieser Zeit gab es nur einen gemeindeeigenen Steinbruch. „Wenn ein Bürger geheiratet hat, ging er mit seinem Baumeister in diesen Steinbruch, suchte sich die Steine aus und konnte sich damit ein Haus bauen. Die Steine waren kostenlos“. Einzig am Dreiländereck habe es schon im 16. Jahrhundert einen Steinbruch gegeben, aus dem nachweislich Steine für die alte Mainbrücke in Würzburg kamen.

Aus Winterhäuser Steinen entstanden Bauwerke in ganz Deutschland, die Eisenbahnbrücke in Heidingsfeld und Ingolstadt, Rathaus und Bahnhof in Dresden und Leipzig und die Sieben-Isar-Brücken in München.

Die wurden von der Firma Zapf mit eigenen Leuten gebaut, bis zu einem Lohn-Streik der Arbeiter, der 111 Tage lang ging. Bei der Brücke fehlten nur noch die Schlusssteine, so musste Zapf sich andere Leute für „teures Geld“ besorgen, dass „ihm sei Brückle net eig’falle is“.